Das Heupferdchen: Anerkennung für Naturbeobachtungen

Biologie-Fachdidaktiker der Uni Bonn haben das Heupferdchen-Abzeichen entwickelt und wollen so Schülerinnen und Schüler dazu bringen, bei Pflanzen und Tieren genauer hinzuschauen.


05.01.2026

Bundesweit

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Klett-Themendienst


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    Das Heupferdchen ist ein Abzeichen, das für Pflanzen- und Tierkenntnisse an Kinder verliehen wird.

www.biodidaktik.uni-bonn.de/heupferdchen). Auf der feierlich verliehenen Urkunde wird bestätigt, dass der ausgezeichnete Naturfreund mindestens fünf heimische Pflanzen, Tiere oder Pilze kennt, mindestens zwei Arten bestimmen kann, besondere Kennzeichen zeichnen und dokumentieren kann sowie Techniken zum Fangen von wirbellosen Tieren kennengelernt hat. „Wir wollen so Kinder motivieren, sich mit der Natur zu beschäftigen. Das Interesse ist groß, seit Anfang dieses Jahres haben wir das Abzeichen bereits mehr als 3500 Mal vergeben. Manche Kinder tragen es stolz auf ihrem Rucksack oder ihrem Käppi“, sagt Hense. Außer von Schulen hat er Anfragen von Kindergärten, Kirchengemeinden, Umweltstationen, Naturpädagogen und Privatleuten aus ganz Deutschland.

Reaktion auf sinkendes Naturwissen

Das Abzeichen ist auch eine Reaktion auf sinkende Kenntnisse. Thomas Gerl, Biologielehrer aus Bayern, hat zum Wissen über heimische Singvogelarten bereits 2018 in einer Studie knapp 2000 bayrische Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 19 Jahren befragt, davon 1400 Gymnasiasten. Im Vergleich zu einer zehn Jahre zuvor durchgeführten Vorgängerstudie konnten die Gymnasiasten im Schnitt eine Vogelart weniger, sie konnten nur fünf der 15 häufigsten Singvogelarten richtig benennen. Besonders schlecht schnitten Kinder und Jugendliche auf dem Lande ab, worin sich laut Gerl die Gefahr der Vogelzahlen in den ländlichen Regionen widerspiegelte.

Fördert kritisches Denken und systematisches Arbeiten

Alena Rögele hat 2021 für ihre Dissertation an der Universität Tübingen untersucht, welche Effekte es hat, wenn Schülerinnen und Schüler bei einem Projekt über die Biodiversität von Wasservögeln die Rolle von Forschern übernehmen und durch Beobachtungen Daten sammeln und bewerten. An der Studie nahm 345 Mädchen und Jungen aus den Klassen 5 und 6 aus Baden-Württemberg teil. Ergebnis: Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe sind die Motivation und die Kenntnisse nicht größer, aber es verbessert sich das wissenschaftliche Schlussfolgern.

Die Hoffnung von Hense: Durch das Heupferdchen lernen noch mehr kleine Naturfreunde das wissenschaftliche Arbeiten in Form vom selbstständigen Sammeln, Erkennen (inklusive Benutzung von Bestimmungshilfen) und Dokumentieren kennen und engagieren sich für den Erhalt der Umwelt – nur was man kennt, schützt man auch.

Grundschullehrerin Tischler wird das Heupferdchen auch in den nächsten Jahren an ihrer Schule anbieten – allerdings nur für die Schülerinnen und Schüler des Naturarbeitskreises und nicht im regulären Unterricht. Zum Abschluss lenkt sie den Blick auf einen besonderen Aspekt: ​​„Der direkte Kontakt mit der Natur ist wichtig, wir gehen an unserer Schule so oft wie möglich mit unseren Klassen raus. Dabei profitieren wir von kurzen Wegen, denn auf unserem Gelände haben wir einen Schulwald mit Waldklassenzimmer und Tafeln. Das ist sehr viel wert.“

Dieser Beitrag wurde zuerst im Klett Themendienst veröffentlicht.




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