
Erstmals seit 10 Jahren verzeichnete Sachsen einen Fehler beim Unterrichtsausfall. Kultusminister Conrad Clemens hat am Dienstag (18.11.2025) die aktuellen Kenndaten zur Unterrichtsversorgung vorgestellt (Stichtag 1. Oktober).
18.11.2025
Sachsen
Pressemeldung
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Conrad Clemens: „Auf dieses Ergebnis haben wir in Sachsen lange hingearbeitet: Die Trendwende ist da! Mehr Lehrkräfte, weniger Ausfall. Zum ersten Mal seit 10 Jahren sinkt der Unterrichtsausfall – und das bei steigenden Schülerzahlen.
Weniger Unterrichtsausfall in Sachsen
Der planmäßige Unterrichtsausfall ist zu Beginn des neuen Schuljahres das erste Mal seit 10 Jahren rückläufig. Im August fielen in Sachsens Schulen planmäßig 3,1 % der Unterrichtsstunden aus (Jahresjahr: 3,6 %) und im September 3,2 % (Jahresjahr: 3,7 %). Die deutlichste Verbesserung gab es in den Oberschulen (August: von 8 % auf 5,8 %, September: von 7,8 % auf 5,8 %). Auch der außerplanmäßige Unterrichtsausfall etwa durch Krankheit, Fortbildungen oder schulische Veranstaltungen ist an Sachsens Schulen geringer als im Vorjahr (August: von 3,8 % auf 3,4 %, September: von 5,6 % auf 5,4 %). Die Statistik komplett zum planmäßigen und außerplanmäßigen Unterrichtsausfall wird wie in den Vorjahren nach jedem Schulhalbjahr schulscharf veröffentlicht.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die rechnerische Unterrichtsabsicherung im Grundbereich in allen Schularten mit Ausnahme der berufsbildenden Schulen. Sie liegt nun in allen Schularten bei über 90 % (Grundschule: 98,8 %, Oberschule: 92,4 %, Gymnasium: 97,8 %, Förderschule 90,2 %, berufsbildende Schule: 95,7 %). Die deutlichste Verbesserung gab es an den Oberschulen mit einem Anstieg von 2,8 %.
Mehr Lehrkräfte an Sachsens Schulen
In dem Einstellungsverfahren zum Mai, August und November konnten Lehrkräfte mit einem Arbeitsvolumen von 1533,7 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) eingestellt werden (inklusive Seiteneinsteiger). Damit verringerte sich der ungedeckte Lehrkräftebedarf auf 1.154 VZÄ. Bereits seit 10 Jahren werden mehr Lehrkräfte, als aus dem Schuldienst ausgeschieden.
Mehr Bildungsgerechtigkeit durch Maßnahmenpaket
Die Oberschulen profitieren in besonderer Weise vom Maßnahmenpaket. Zum Stichtag wurden Lehrkräfte mit einem Arbeitsvolumen von 84,5 Vollzeitäquivalenten von Grundschulen an Oberschulen abgeordnet (Jahrgang: 8,4) und 159,5 von Gymnasien an Grundschulen (Jahrgang: 52,9). Die abgeordneten Lehrkräfte sorgen dafür, dass an Oberschulen weniger Unterricht ausfällt (siehe oben). Betrachtet man die 10 Schulen mit dem höchsten Unterrichtsausfall im vergangenen Schuljahr, darunter 5 Oberschulen und 5 Förderschulen, so sank der Unterrichtsausfall allein im September in diesen Schulen um rund ein Drittel (von durchschnittlich 34,6 % auf 22,8 %).
Sinkendes Arbeitsvermögen
Nicht alle Lehrkräfte stehen für den Unterricht voll zur Verfügung. Betrug der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Lehrkräfte im vergangenen Jahr 35,3 %, stieg er in diesem Jahr auf 35,9 %. Durch die in Teilzeit arbeitenden Lehrkräfte und weitere Anrechnungstatbestände, wie zum Beispiel Altersermäßigungen, ist das durchschnittliche Arbeitsvermögen aller Lehrkräfte von 90,9 auf 90,4 % gesunken.
Mehr Schülerinnen und Schüler – aber demographischer Wandel kommt in den Grundschulen an
Insgesamt gibt es in Sachsens Schulen 440.414 Schülerinnen und Schüler. Das sind 1.276 mehr als im Vorjahr, ein Zuwachs von 0,3 %. Zugleich macht sich der demographische Wandel bemerkbar. Während in allen weiterführenden Schularten die Schülerzahl anstieg, nahm sie an den Grundschulen ab (von 141.386 auf nun 139.145).
Kleinere Klassen
Die durchschnittliche Klassengröße ist von 21,1 auf 21,0 leicht gesunken. Während sie in Grundschulen (von 21,4 auf 21,1) und Gymnasien (von 23,9 auf 23,8) sank, stieg sie in den berufsbildenden Schulen leicht an (von 19,3 auf 19,5). In den Oberschulen (24,3) und Förderschulen (9,8) blieb sie im Vergleich zum Vorjahr konstant. Die Anzahl an Klassen in Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien mit mehr als 28 Schülerinnen und Schülern ist auf dem niedrigsten Stand seit 4 Jahren (75, in den Vorjahren waren es noch 2024: 84, 2023: 101 und 2022: 95).
Inklusion bleibt Herausforderung
Die Zahl der inklusiv unterrichteten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist auf 13.118 (1.069 mehr, Vorjahr 678 mehr) gestiegen. Dies ist eine Steigerung über 8 %. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (gesamt) an der Gesamtschülerzahl ist auf 7,2 % gestiegen.
