
Nach intensiven parlamentarischen Beratungen hat der Thüringer Landtag den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 verabschiedet. Mit einem Volumen von rund 3.624 Milliarden Euro im Jahr 2026 und rund 3.753 Milliarden Euro im Jahr 2027 zählt der Einzelplan 04 zu den größten Teilhaushalten des Landes.
23.12.2025
Thüringen
Pressemeldung
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Minister Christian Tischner betont die grundlegende Bedeutung dieser Investitionen: „Wir beraten über die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Bildung, Wissenschaft und Kultur gehören dabei untrennbar zusammen. Sie sind kein Nebeneinander von Politikfeldern, sondern ein gemeinsamer Gestaltungsraum.“ Der Minister hebt hervor, dass Bildungsgerechtigkeit gefördert, Qualität gesichert und kulturelle Substanz erhalten wird, auch wenn über 65 Prozent der Mittel durch Personalausgaben gebunden sind.
Ein wesentlicher Schwerpunkt des verabschiedeten Zahlenwerks liegt auf der frühkindlichen Bildung. Durch die große Revision des kommunalen Finanzausgleichs werden die Leistungen nach dem Thüringer Kindergartengesetz ab 2026 transparent und ohne Kürzungen abgebildet, was den Kommunen Planungssicherheit gibt. Neben dem Erhalt der zwei beitragsfreien Jahre hält das Land an der Einführung des dritten beitragsfreien Kindergartenjahres zum 1. August 2027 fest. Zur Steigerung der Qualität werden jährlich 12 Millionen Euro investiert, unter anderem in fundierte Sprachstandserhebungen im fünften Lebensjahr und in den Thüringer Qualitätskompass.
Im schulischen Bereich stehen die Unterrichtsabsicherung und die Gewinnung von Lehrkräften an oberster Stelle. Der Haushalt sieht die Fortsetzung der Lehrergewinnungskampagne sowie den weiteren Ausbau des dualen Studiums vor. Ein besonderes Augenmerk gilt außerdem dem Startchancen-Programm, durch das 93 Schulen in herausfordernder Lage gezielt mit zusätzlichen Ressourcen und multiprofessionellen Teams unterstützt werden. Mit Blick auf die Digitalisierung sichert der Digitalpakt 2.0 die notwendigen Investitionen bis zum Jahr 2030 ab.
Wissenschaft und Forschung erfahren trotz notwendiger Konsolidierungen ein deutliches Wachstum. Die Ausgaben steigen von rund 186 Millionen Euro im Jahr 2025 auf über 209 Millionen Euro im Jahr 2027. Damit garantiert der Freistaat die Arbeit zentraler Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft und sichert die Exzellenzstrategie ab. Für die Hochschulen steigt das Budget auf über eine Milliarde Euro pro Jahr. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Universitätsklinikum Jena, wo unter anderem in die Modernisierung der Notfallversorgung und in den Forschungsneubau „SysBrain“ investiert wird.
Auch für die Thüringer Kulturlandschaft setzt der Doppelhaushalt ein klares Zeichen der Stabilität. Die Mittel stiegen in den nächsten beiden Jahren auf über 284 Millionen Euro. Durch gezielte Korrekturen im parlamentarischen Verfahren konnten zudem die spartenbezogene Projektförderung sowie der Denkmalschutz und das Volontariatsprogramm gestärkt werden. Mit dem beschlossenen Doppelhaushalt verbessert sich zudem die Planungssicherheit für Kultureinrichtungen und Träger – eine wichtige Voraussetzung, um kulturelle Vielfalt zu sichern und Entwicklungsspielräume zu erhalten.
„Dieser Doppelhaushalt ist kein Wunschkonzert. Aber er ist ein ehrlicher und verantwortungsvoller Haushalt. Die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur brauchen gerade in schwierigen Zeiten politische Verlässlichkeit und einen langen Atem“, so das Resümee des Ministers.
